Ausgabe 1 ~ Frühjahr 2014

Die erste Ausgabe des neuen Magazins vom Uhrwerk Verlag Weiter

Ausgabe 2 ~ Sommer 2014

Die »Feuer-Ausgabe« des Uhrwerk! Weiter

Ausgabe 3 ~ Herbst 2014

Die »Humus-Ausgabe« des Uhrwerk! Weiter

Ausgabe 4 ~Winter 2014

Die »Eis-Ausgabe« des Uhrwerk! Weiter

Sonderausgabe 15 Jahre Myranor

15 Jahre Myranor - 125-Seiten-Sonderausgabe Weiter

Ausgabe 5

Die »Luft«-Ausgabe des Uhrwerk! Weiter

Ausgabe 6

Die »Luft-Ausgabe« des Uhrwerk! Weiter

Ausgabe 7 ~ Sommer 2015

Die »Magie–Ausgabe« vom Uhrwerk! Weiter

Ausgabe 8 ~ Winter 2015

Die »Tod/Untod«-Ausgabe des Uhrwerk! Weiter

Ausgabe 9 ~ Frühjar 2016

Die »Krieg«-Ausgabe des Uhrwerk! Weiter

Ausgabe 11 ~ Herbst 2016

Die »Stadt-Ausgabe« des Uhrwerk! Weiter

 

Myraniare auf der DreieichCon

Am kommenden Wochenende findet in Dreieich vom 19. bis 20. die DreieichCon statt.
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Abgekapselt
Wann: Sonntag, 10:00-16:00 Uhr
Teilnehmer: Bis zu 5 Mitspieler
Beschreibung: Die Helden sind in den Dschungeln Makshapurams unterwegs, als sie ein verzweifelter Hilferuf erreicht. Schaffen sie es dem Dorf zu helfen bevor es zu spät ist?

Myraniare auf der Klingencon XLIII

Am kommenden Wochenende findet in Remscheid-Lennep vom 5. bis 6. die KlingenCon statt.
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Ausgeraubt
Wann: Samstag, 10:00-15:00 Uhr
Teilnehmer: Bis zu 4 Mitspieler
Beschreibung: Ein Kontinent von der Größe Myranors bringt zahlreiche Personen hervor, die ihren vielfältigen Interessen nachgehen. Oftmals brauchen Sie dabei freischaffende Abenteurer, so dass diese immer etwas zu tun haben.

Ausgabe 11

»Tabuin«, René Littek, 2004

»Tabuin«, René Littek, 2004

Stunden, Tage, wenn man zusammenzählt sicherlich Monate, wenn nicht mehr … hat mich Civilization gefesselt. Warum das hier steht? Weil das Zitat auf dem Cover aus eben jenem Computer-Spiel stammt. Und neben einer Menge Spaß bekommt man dort auch recht ausgiebig beigebracht, was alles zu einer Stadt dazu gehört. Da geht es nun mal nicht nur um Häuser, die an eine Straße gebaut werden müssen.

Aus England soll der Satz stammen »Die Menschen, nicht die Häuser, machen die Stadt.« und trifft damit ganz gut, was bei der Profession des Weltenbauers mitgedacht werden muss. Sicherlich ist eine Stadt für das Abenteuer eine Kulisse und muss die Spieler ausreichend fesseln, ihnen Möglichkeiten für Übernachtung, das Ausgeben der verdienten oder auch erbeuteten Reichtümer und neue Optionen für neue Abenteuer bieten. Doch eine Stadt ist, wenn sie gut gemacht ist, immer auch mehr. Sie hat den Anspruch, auch ohne die Helden zu funktionieren und mehr zu sein als die Summe ihrer Häuser. Vielfach ist sie Wahrzeichen einer Gemeinschaft. Sie repräsentiert die Leistungen, Werte und auch Wünsche einer Gemeinschaft, die zur Gesellschaft wurde und dadurch über sich hinaus gewachsen ist. Eine Stadt bietet durch ihre Ausgestaltung den Bewohnern das Maß an Schutz gegenüber den Naturgewalten, das sich der Mensch erhofft, seit er die Löcher in der Erde verlassen hat und sich künstliche Höhlen baut. Wie gut oder auch schlecht das funktioniert, merken wir, wenn Starkregen oder ein über die Ufer tretender Fluss uns die Grenzen aufzeigen. Selten sind es Grenzen des Möglichen, meist sind es nur Grenzen in unseren Vorstellungen oder der Bereitschaft der Politik.

Manchmal machen auch Häuser eine Stadt. Zumindest auf mich hat es eine andere Wirkung, wenn ich in eine mir bis dahin unbekannte Stadt komme und dort viele Gebäude aus der Gründerzeit oder dem beginnenden 20. Jahrhundert sehe oder nur moderne Gebäude, die in ihrer Einfachheit aussehen, als seien sie mit einer der ersten Versionen von minecraft erstellt worden. Städte können durch ihre Gestaltung die Menschen beeinflussen. Das erleben wir nicht nur jeden Tag am eigenen Leib, es hat auch Konsequenzen für unser Hobby. Marc Jenneßen hat in seinem Abenteuer »Stein der Götter« sehr viele Seiten darauf verwendet, die Stadt zu präsentieren und dem Besucher deutlich zu machen, wie sich die Stadt „anfühlt“, in welche die Helden da kommen. Und viele Regionalbeschreibungen versuchen Ähnliches. Je lebendiger eine Stadt erscheint, desto lieber spielt man dort. Nicht selten – so heißt es – haben Gruppen eine Lieblingsstadt, investieren dort ihr Belohnungen und schaffen sich mit einem eigenen Haus einen festen Punkt in ihrem Abenteurer-Leben.

Das genaue Gegenteil erleben wir alle seit Monaten immer wieder, wenn der Name Aleppo in den Nachrichten genannt wird. Eine Stadt wird systematisch vernichtet und mit ihr die Gesellschaft, die Gemeinschaft und vor allem: die Menschen. Die Bilder ähneln denen, die man von Berlin oder Dresden aus den Geschichtsbüchern kennt und doch erscheint es so irreal. Die Medien-Distanz hilft uns das Grauen vom Sterben einer Stadt soweit von uns zu halten, wie möglich – solange man niemanden kennen lernt, der von dort geflohen ist, denn die Menschen, nicht die Häuser, machen die Stadt.
Und es sind immer wieder Menschen, die dort ein sinnloses Ende finden, weil Despoten und Diktatoren sich einen Vorteil daraus erhoffen.
Zum Glück kann man gegen Despoten nicht nur in Abenteuern vorgehen. Wir leben in einem Land, in dem man auch andere Möglichkeiten hat. Nutzen wir sie!

Wir sehen uns auf der nächsten Con …
Peter Horstmann
(Chefredakteur)

Myraniare auf der FeenCon

Am kommenden Wochenende findet in Bonn-Bad Godesberg vom 16. bis 17. die FeenCon statt. Wir werden mit einem Verlagsstand sowie Support-Runden vor Ort sein.
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Das Buch der Seelen
Wann: Samstag, 12:00-17:00 Uhr
Teilnehmer: Bis zu 4 Mitspieler, Aventurische Charaktere möglich, Archetypen begrenzt vorhanden
Beschreibung: In wikiav Sidor Corabis, der Hauptstadt von wikiav Corabenius, verschwinden Leute und die wikiav Neristu fürchten um einen ihrer größten Schätze. Welche Rolle spielen die wikiav Kouramnion dabei und ihr kalter Krieg mit den wikiav Eupherban? Und vom wem stammen die kleinen Fußspuren in den Tunneln unter der Stadt?
Während die Stadt im Trubel der großen Warenschau versinkt, werden die Helden diesen Fragen nachgehen müssen und können den Beginn einer kleinen Corabenius-Kampagne zur Vorstellung der kommenden Regionalspielhilfe erleben.

Das Buch der Seelen
Wann: Sonntag, 12:00-17:00 Uhr
Teilnehmer: Bis zu 4 Mitspieler, Aventurische Charaktere möglich, Archetypen begrenzt vorhanden
Beschreibung: In wikiav Sidor Corabis, der Hauptstadt von wikiav Corabenius, verschwinden Leute und die wikiav Neristu fürchten um einen ihrer größten Schätze. Welche Rolle spielen die wikiav Kouramnion dabei und ihr kalter Krieg mit den wikiav Eupherban? Und vom wem stammen die kleinen Fußspuren in den Tunneln unter der Stadt?
Während die Stadt im Trubel der großen Warenschau versinkt, werden die Helden diesen Fragen nachgehen müssen und können den Beginn einer kleinen Corabenius-Kampagne zur Vorstellung der kommenden Regionalspielhilfe erleben.

Ausgabe 10

»Tabuin«, René Littek, 2004

Bild: »Tabuin«, René Littek, 2004

»Es ist schon lange einer meiner Grundsätze,
dass die kleinsten Dinge bei weitem die wichtigsten sind.«

Sir Arthur Conan Doyle wird das auf der Titelseite präsentierte Zitat zugeschrieben. Und von Wilhelm Busch soll stammen:

»Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen,
Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.«

Deshalb haben wir den kleineren Reihen im Verlag eine ganze Ausgabe gewidmet, dass sie ohne die Schlaglichter Splittermond und Myranor auch die ihnen zustehende Aufmerksamkeit erhalten können.
Und es lohnt sich immer wieder, wenn man mit viel Liebe fürs Detail auch einmal abseits des Mainstreams aktiv wird.

„Wir freuen uns sehr über einen grandiosen ersten Platz in der Kategorie Pen & Paper-Rollenspiele für das unter Lizenz von Daedalic entstandene Rollenspiel zu den mittlerweile vier Point & Click-Abenteuern auf dem Schrottplaneten Deponia. Der RPC Fantasy Award wird jährlich anlässlich der RPC Germany in Köln verliehen; die Sieger werden per Publikumsvoting im Vorfeld bestimmt.“ (Verlag)

„Auf der diesjährigen Nordcon hat die Splittermond-Einsteigerbox den Deutschen Rollenspielpreis 2016 in der Kategorie »Grundregelwerke« abgeräumt und macht damit das Triple komplett! Wir freuen uns riesig! Der Deutsche Rollenspielpreis ist ein Jury-Preis, der einmal im Jahr auf der Nordcon verliehen wird. Die Jury-Mitglieder wechseln und bestehen aus bekannten Namen der Rollenspiel- und Fantasy-Szene in Deutschland.“
(Verlag)

Die Kleinen können also genauso erfolgreich sein, wie die Großen. In diesem Sinne: viel Spaß mit den Beiträgen zu den kleinen Systemen …

Wir sehen uns auf der nächsten Con …
Peter Horstmann
(Chefredakteur)

Support-Runden und Myraniare auf der RPC

Am kommenden Wochenende findet in Köln vom 28. bis 29. die RolePlay Convention statt. Wir werden mit einem Verlagsstand sowie Support-Runden vor Ort sein.
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Das Buch der Seelen
Wann: Samstag, 14:00-18:00 Uhr
Teilnehmer: Bis zu 5 Mitspieler, Aventurische Charaktere möglich, Archetypen begrenzt vorhanden
Beschreibung: In wikiav Sidor Corabis, der Hauptstadt von wikiav Corabenius, verschwinden Leute und die wikiav Neristu fürchten um einen ihrer größten Schätze. Welche Rolle spielen die wikiav Kouramnion dabei und ihr kalter Krieg mit den wikiav Eupherban? Und vom wem stammen die kleinen Fußspuren in den Tunneln unter der Stadt?
Während die Stadt im Trubel der großen Warenschau versinkt, werden die Helden diesen Fragen nachgehen müssen und den Beginn einer kleinen Corabenius-Campagne zur Vorstellung der kommenden Regionalspielhilfe erleben können.

HeinzCon 2016

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Mit über 40 Spielrunden zwischen Freitag 18:00 und Sonntag 16:00 ist am Wochenende die HeinzCon 2016 über die Bühne gegangen. Wir sagen ein ganz herzliches Danke an alle Gäste, Helfer und Supporter für eine schöne Convention.

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Direkt nach der Öffnung der Con herrscht Andrang am Stand, die Neuheiten locken. :)
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Am Freitag war das Wetter noch mies, doch schon Samstag kam die Sonne und zauberte interessante Wolkenberge über dem Meer und einen schönen Sonnenuntergang.
20160306_aAuch am Sonntag war noch eine Menge los.
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Ausgabe 9

»Tabuin«, René Littek, 2004

Bild: »Tabuin«, René Littek, 2004

Das auf der Titelseite gegebene Zitat stammt von Helmuth Graf von Moltke. Als Rollenspieler kennt man eine abgewandelte Version:

»Jedes fertige Abenteuer hält, bis es auf die Spieler trifft, danach wird improvisiert.«

Krieg und Auseinandersetzung sind im rollenspielerischen Bereich stets ein fester Bestandteil. Das mag zum einen in den Ursprüngen des Rollenspiels liegen, als man noch Zinnfiguren und einzelne Helden in Auseinandersetzungen sandte. Zwei Generationen nach diesen Anfängen ist mit dem Tabletop der Krieg mit Würfeln nach wie vor fest etabliert.
Andererseits scheint es auch ein Teil der menschlichen Natur zu sein. Wie viele tapfere Krieger und edle Ritter, mutige Gladiatoren, oder zwergische Sams sind nicht schon auf Cons aufgetreten. Sicher weit mehr als Medici, Schreiber oder Pianisten. Im Kino ist es der Krieg der Sterne, der alle Rekorde bricht und Millionen in die Säle und Milliarden in die Taschen der Maus lockt. Und das gilt uns als Ablenkung von den Schrecknissen des Alltages, wo wir mit den Folgen der realen Kriege zu leben haben. Da empört man sich über die Einsätze der Bundeswehr im Allgemeinen und Syrien im Speziellen. Da bejubeln die Friedfertigen ankommende Vertriebene und die Feigen deren brennende Unterkünfte. Da kritisiert man die Regierung für fehlendes Handeln oder für ihr konsequentes Tun, je nachdem, was dem Besorgten Bürger gerade lieber ist. Da ist es ein Kompliment, wenn man als Gutmensch betitelt wird und der sich dann Sorgen macht, wenn so ein Begriff zum Wort des Jahres wird.

Von Moltke stammt übrigens auch:
»Solange die Nationen ein gesondertes Dasein führen, wird es Streitigkeiten geben, welche nur mit den Waffen geschlichtet werden können, aber im Interesse der Menschheit ist zu hoffen, daß die Kriege seltener werden, wie sie furchtbarer geworden sind.«

Dass wir über hundert Jahre später noch nicht deutlich weiter sind, mag einem jeden zu denken geben. Es brauchte noch zwei Weltkriege, bis sich die Europäer dazu entschieden, lieber eine Union einzugehen, als einen weiteren Krieg zu riskieren. Nach zwei Generationen in Frieden – zumindest ohne Krieg im eigenen Land – schreien heute immer mehr Wohlstandsmenschen nach Freiheit von Brüssel und einer Rückkehr zur starken Nation in festen – geschlossenen – Grenzen. Und die Verteidiger des Friedens prügeln mit Knüppeln auf ihre politischen Gegner, bedrohen Gastwirte, wenn sie den FalschenTM Räume vermieten und retten Republik samt Verfassung und die persönliche Freiheit, indem sie andere Meinungen mit Sprechchören unterdrücken.

Wer regelmäßig Nachrichten konsumiert und mitbekommt, wie unsere Gesellschaft immer stärker in Richtung Hass und Gewalt abdriftet, mag kaum nachvollziehen können, wie Arsenalbände und epische Kriegs-Kampagnen zu den Zugpferden unter den Publikationen zählen. Von Bud Spencer soll die Aussage stammen, dass er gegen Gewalt angehe, indem er sie in seinen Filmen lächerlich mache. Das Überwinden von Gewalt und Gewalttätern im gemeinsamen Spiel am Tisch, dürfte in die gleiche Richtung gehen und könnte ein Argument sein, warum dieser Aspekt im Rollenspiel über die Generationen hinweg und durch die politischen Situationen hindurch, immer relevant blieb.

Frei nach Hape Kerkeling:

»Die ursprüngliche Gefühl, die wir in uns tragen, ist der KAMPF … Hurz!«

Wir sehen uns auf der nächsten Con …

Peter Horstmann
(Chefredakteur)

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Ausgabe 8

»Tabuin«, René Littek, 2004

Bild: »Tabuin«, René Littek, 2004

Tod … Untod … das, was danach kommt.

Als ich mir dieses Thema im Forum mit den Fans zusammen überlegt habe, hätte ich nicht gedacht, dass es zum Erscheinen der Ausgabe so präsent sein würde. In allen Medien sind Tod und die Angst vor dem Terror die bestimmenden Nachrichten.

Am Freitag, den 13. November, wurde es dann omnipräsent. Während man morgens vielleicht noch Witze gemacht hatte, an dem Tag würde nur denjenigen etwas passieren, die abergläubisch wären, wurde man am Abend dann gewahr, dass man nicht alleine über sein Schicksal und sein Leben entscheidet, dass der Tod schnell und unerwartet kommen kann.

Daran, dass der Tod im fernen „Nahen Osten“ täglich Dutzende bis Hunderte aus ihrem Leben reißt, daran haben wir uns von den Medien gewöhnen lassen. Nun geschah eben dies direkt vor unserer Haustür, traf nicht nur „irgendwelche Menschen aus der Tagesschau“, sondern Nachbarn, auch „Landsleute“. Die Gewöhnung versagte, Betroffenheit zog bei uns ein. Auch Angst macht sich in solchen Augenblicken breit, wenn die Bilder von Trauer, Opfern und Blumenmeeren an zentralen Orten die Medien überfluten.

Ein Weg der Kompensation dieser Angst, der Trauer, ist es, seine Online-Präsenz anzupassen, auf diese Art seine Betroffenheit, Anteilnahme und sein Mitgefühl zu zeigen. Gut und richtig. Da gibt es nichts zu kritisieren, auch nicht eine euro-zentrische Sicht zu bemäkeln. Gerade mit moralin-saurer und besserwisserischer Kritik sollte man sich in diesen Tagen zurück halten. Jeder hat (s)eine eigene Art, mit dem Thema umzugehen. Das sollte man respektieren.

Trauer und Betroffenheit brauchen Zeit und Kraft, die nicht jeder Mensch immer in dem Maße bereit stellen kann, wie er es vielleicht möchte. Das heißt auch, dass schnelle Entschlüsse kaum ein Mittel gegen die Folgen solcher Ereignisse sein können. Während der eine oder andere Politiker oder Demagoge nun nach radikalen Reaktionen ruft, sei es die ewige Forderung nach totaler Überwachung, absoluter Abschottung oder einem Krieg Europas gegen „den Feind“, sollte man sich von solcher Hysterie nicht anstecken lassen. Meist ist so etwas nur ein Zeichen der eigenen Hilflosigkeit, im schlimmsten Fall ein bewusster Missbrauch der Toten für die eigene Agenda.

Dass das Töten von Menschen keine Verbesserung der eigenen Position bringt, zeigt gerade der Nahe Osten mit schonungsloser Deutlichkeit.

Ich habe länger darüber nachgedacht, ob wir angesichts der realen Ereignisse dieser Tage wirklich das Thema „Tod“ bringen sollen. Ist es eventuell falsch oder gefühllos? Respektlos? Ich denke nicht.

Dabei war nicht ausschlaggebend, dass wir den Tod in fiktiver Umgebung platzieren, dass alles in den Artikeln ohne Bezug zur Wirklichkeit sei. Eben dies nicht. Rollenspiel geschieht immer mit einem direkten Bezug zur Realität. Wer sich in seiner Freizeit, seinen Gedanken und seiner Phantasie mit fremden Welten und anderen Realitäten beschäftigt, der sieht auch seine eigene Umwelt oftmals kritischer und erkennt Potential zu Verbesserungen. Viele Spieler sind in ihrem Alltag politisch aktiv oder unterstützen NGOs mit sozialem Charakter. Mir persönlich sind auch keine Spieler bekannt, welche dabei zu politisch extremen Positionen tendieren. Ob dies nun am Rollenspiel und der dazu einfach zwingend notwendigen Kompetenz von Miteinander, Kommunikation und Interaktion liegt, oder, ob es andersherum ist, dass solche Menschen einfacher zum Rollenspiel finden, das kann ich nicht sagen.

Sicher bin ich mir jedoch darin, dass Rollenspiel ein probates Mittel ist, Trauer und Angst zu begegnen, neue Kraft zu generieren und sich für den Alltag zu stärken. Auch und vielleicht
gerade mit Themen, die man im Alltag eher vermeidet. Es mag also dem einen oder anderen Mitmenschen helfen, wenn er am Spieltisch den Tod oder Untod besiegen kann. Wenn er in seiner Phantasie das Thema in Artikeln und Bildern in Form gießt, wenn er für sich einen Weg findet, den Tod in seinen Alltag zu integrieren – und sei es nur unterbewusst.

Und so können alle Texte in dieser Ausgabe hilfreich sein. Einer der – mir – wichtigsten Aspekte des Rollenspiels ist es, dass man mit dem Schreiben an Settings und an Abenteuern, anderen
Menschen Freude schenken kann. Ihnen ein paar Augenblicke abseits von Alltag, Stress und eben auch Angst und Trauer, gönnen kann.

Wir sehen uns auf der nächsten Con …

Peter Horstmann
(Chefredakteur)

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Ausgabe 7

Jadoo … Magie … das Übernatürliche und Unerklärliche … Psi.

Es gibt eine Menge Begriffe und sicherlich ähnlich viele persönliche Definitionen, was man noch akzeptiert und wo es dann aufhört. Im Rollenspiel ist die Magie aus vielen Settings nicht wegzudenken, teilweise bildet sie die Grundlage für die gesamte Weltordnung. Das war ausreichend für uns, das Thema in einer eigenen Ausgabe aufzugreifen. Die Anzahl der Einsendungen hat – erfreulicherweise – wieder einmal die Möglichkeiten der Ausgabe überstiegen.

Über ein anderes aktuelles Thema haben wir uns ebenfalls Gedanken gemacht und das Ergebnis findet ihr auf der letzten Seite dieser Ausgabe. Wir können nur hoffen, dass ihr das auch so seht und mitmacht.

Die kommende Ausgabe widmet sich dem Leben nach dem Tod, sei dies nun als Untoter oder im Rahmen von Kulten und Religionen. Auch der Tod selber, die Rituale einer Gesellschaft und der Umgang mit dem Thema kann Grundlage eines Artikels sein. Wie man diesen Zustand herbeiführt, wird dann Thema der Ausgabe 9 werden. Aktuelle Infos dazu gibt es wie immer im Forum.

Wir sehen uns auf der nächsten Con …

Peter Horstmann
(Chefredakteur)

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